Stroke Unit

Was ist eine Schlaganfall-Spezialstation – die Stroke Unit?

Eine Schlaganfall-Spezialstation – auch Stroke Unit genannt – ist eine spezielle Ein­richtung einer neurologischen Klinik, die eine beson­ders intensive Betreuung von Patienten mit einem akuten Schlaganfall bietet, welche auf einer Normalstation nicht gewährleistet werden kann. In der Akutphase des Schlaganfalls ist der Krankheitsverlauf meistens noch instabil, so dass eine besonders intensive Versorgung des Patienten erforderlich ist. Bei einer Schlaganfall­-Spezialstation handelt es sich um eine spezielle Einrichtung, die nahezu den medizinischen Standard einer Intensiv­station bietet. Auf der Schlaganfall-Spezialstation arbeitet ein Team aus besonders geschultem, ärztlichem und pflegerischem Personal zusammen mit Kranken­gymnasten, Sprachtherapeuten und Ergotherapeuten.

Aufgaben einer Schlaganfall-Spezialstation

  • Die unmittelbare Diagnostik des Schlaganfalls als Voraussetzung für eine gezielte und an der jeweiligen Ursache orientierten Therapie.
  • Rechtzeitige Erkennung von Komplikationen durch spezialisiertes Personal und durch kontinuierliche Überwachung von Körperfunktionen durch spezielle Geräte (Monitore).
  • Rasche und gezielte medikamentöse Therapie einschließlich der Überwachung ihrer Nebenwir­kungen.
  • Einsatz neuer Therapieverfahren (beispielsweise Lyse-Therapien,  frühzeitige Krankengymnastik und Sprachtherapie, Feststellung des richtigen Zeitpunktes, um weiter­führende Therapien einzuleiten).

Im Rahmen fachübergreifender Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ärzten wird die Ur­sache des Schlaganfalles festgestellt und die entsprechende Therapie begonnen.

Ausstattung der Schlaganfallstation

  • Besonders geschultes Schlaganfallteam
  • Krankengymnasten
  • Sprach- und Bewegungstherapeuten
  • Ergotherapeuten
  • 24-Stunden-Ultraschalldiagnostik
  • 24-Stunden-Monitoring (Blutdruck, Herzfrequenz, Sauer­stoff, Temperatur, EKG, Blutzucker, wenn erforderlich Gefäßultraschall)
  • 24-Stunden-Laborbereitschaft
  • 24-Stunden-Computertomographie

Welche Untersuchungen erfolgen bei der Aufnahme auf der Stroke Unit?

Am wichtigsten ist die Befragung des Patienten und die ausführliche neurologische, internistische und psychiatrische Untersuchung durch den Arzt der Stroke Unit unmittelbar nach der Aufnahme. Dabei werden die notwendigen weiteren Untersuchungen festgelegt.

Dann wird eine Schichtaufnahme der Kopfes (Computertomographie) durchgeführt. In der Regel schließt sich dann eine Ultraschalluntersuchung an. Mit verschiedenen Geräten können Gefäße des Halses und des Gehirns untersucht werden. Von diesen Untersuchungen hängt gegebenenfalls die weitere Behandlung ab.

Bei der Aufnahme auf der Schlaganfall-Spezialstation wird zunächst jeder Patient an einen Monitor angeschlossen, so dass man engmaschig den Blutdruck, die Herzaktion und den Sauerstoffgehalt im Blut überwachen und kontrollieren kann. Es werden ausführliche Laboruntersuchungen vorgenommen. Baldmöglichst wird mit der Untersuchung des Herzens begonnen. Das Herz kann entweder mit einem Ultraschallkopf von außen untersucht werden oder über eine Sonde, die in die Speiseröhre geschoben wird.

Manchmal werden spezielle kernspintomographische Untersuchungen oder Gefäßdarstellungen durch eine Katheteruntersuchung notwendig, die in kooperierenden Praxen oder Kliniken erfolgen. Gegebenenfalls werden weitere kardiologische Untersuchungen, zum Beispiel ein Langzeit-EKG oder ein Belastungs-EKG, durchgeführt. Zum Teil sind noch weitere neu­rologische Spezialuntersuchungen nötig. Erst wenn alle diese Befunde vorliegen, kann über die weitere, langfristige Therapie entschieden werden.

Therapeutische Maßnahmen

Auf der Stroke Unit finden eine Akutbehandlung, eine vorbeu­gende Behandlung und eine Behandlung der Risikofaktoren statt.

Zur Akutbehandlung gehört die Lyse-Therapie bei der ein Medikament verabreicht wird, welches Blutgerinnsel auflöst, die Gefäßverschlüsse verursachen. Diese Therapieform ist aller­dings nur sinnvoll in den ersten Stunden nach Beginn der Symp­tomatik. Andere gerinnungshemmende Medikamente werden häufig gegeben, um eine Verschlechterung oder einen erneuten Schlaganfall zu vermeiden.

Vorbeugung

Bei einem akuten Schlaganfall geht man davon aus, dass sich um das geschädigte Gewebe herum eine Hirnschwellung bildet. In diesem Bereich hat zwar auch vorübergehend eine Durchblu­tungsstörung stattgefunden, jedoch ist dieses Gewebe noch er­haltungsfähig.

Ein ausreichend hoher Blut­druck, eine ausreichende Sauerstoffzufuhr, ein normaler Blutzucker und eine normale Körpertemperatur sind zur Erhaltung dieses Gewebes notwendig. Deshalb wird darauf insbesondere in den ersten zwei bis drei Tagen ganz besonders geachtet.

Sekundärprophylaxe

Unter der Sekundärprophylaxe versteht man die längerfristige Behandlung, die nach einem Schlaganfall eingeleitet wird, um einen weiteren Schlaganfall zu verhindern. Es gibt mehrere Medikamente, die verhindern sollen, dass Blutplättchen ver­klumpen und zu Gefäßverschlüssen führen oder die Gerin­nungsfähigkeit des Blutes hemmen.

Behandlung der Risikofaktoren

Wenn eine hochgradige Verengung einer Halsschlagader nachgewiesen worden ist, sollte eventuell auch eine gefäßchirurgische Operation oder eine Stent-Implantation erfolgen.

Aufklärung,- Vor- und Nachsorge

Zur Behandlung auf der Schlaganfall-Spezialstation gehört auch eine umfang­reiche Aufklärung über den Schlaganfall, die von der Vorsorge bis zur Nachsorge reicht. Ärzte und Pflegepersonal geben außerdem Hilfestellung bei der richtigen Messung der Blut­druck- und Blutzuckerwerte. Die Teilnahme an diesen Aktivi­täten ist ebenso wichtig wie die medikamentöse oder krankengymnastische Behandlung.

Kontakt

zum Profil »

Priv.-Doz. Dr. med. habil. Sabine Fitzek

› Chefärztin
Klinikum Mittelmosel
Neurologie

Fachärztin für Neurologie

Barlstraße 7
56856 Zell
Tel.: +49 6542 97-1350
Fax: +49 6542 97-1351


Notfallnummern

Dienstarzt Neurologie
jederzeit
Telefon: 06542 97-1111

Schlaganfalltelefon
jederzeit
Telefon: 06542 97-1111

StandortTelefonE-MailXingFacebookYouTube