Kleiner Schirm im Herzen verringert Schlaganfallrisiko

21. März 2019

Moderne Therapie im Klinikum Mittelmosel für mehr Sicherheit

Das Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Formen der Herzrhythmusstörungen. In der Regel lässt sich der Herzrhythmus hierbei mit Medikamenten gut wieder einstellen. Jedoch geht mit dem Vorhofflimmern eine weitere Gefahr einher – Blutgerinnsel.

Diese sammeln sich im sogenannten Vorhofohr, einem kleinen Teil des Herzens abseits vom Hauptblutstrom. Gerade bei Patienten mit Vorhofflimmern zeigt sich hier ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel. Wird ein solches aus dem Vorhofohr herausgespült und mitgerissen, kann es irgendwo im Gefäßsystem stecken bleiben und einen Gefäßverschluss verursachen. Damit sind die entsprechenden Organe und Körperzellen von der lebenswichtigen Sauerstoffzufuhr abgeschnitten. Dies kann auch die Blutgefäße betreffen, die das Gehirn versorgen und so einen Schlaganfall auslösen.

Um das Risiko für einen Schlaganfall zu verringern, gilt es also, Blutgerinnsel möglichst zu vermeiden. Dies kann medikamentös erfolgen. Aber nicht jeder Patient verträgt die gerinnungshemmenden Blutverdünner, oder aber es sind gefährliche Nebenwirkungen zu befürchten, beispielsweise bei Patienten mit ausgeprägter Nierenschwäche.

„Auch für diese Patientengruppen bietet wir im Klinikum Mittelmosel eine moderne und sichere Behandlungsalternative“, erläutert Prof. Dr. Thorsten Reffelmann, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, das Verfahren: „Mit einem Katheter, also einem dünnen und sehr biegsamen Schlauch, setzen wir einen Filter in das Vorhofohr ein. Dieser hat die Form eines Schirmchen, das auf wenige Millimeter zusammengefaltet in den dünnen Katheter passt. Der Katheter transportiert über einen kleinen Schnitt in der Leiste das zusammengeklappte Schirmchen direkt bis zum Vorhofohr.“ 

Dr. Kiriakos Kirmanoglou, Oberarzt der Zeller Klinik für Innere Medizin, setzt fort: „Dort wird das Schirmchen nach genauer Platzierung aufgespannt und hält Blutgerinnsel im Vorhofohr zurück, so dass diese nicht in den übrigen Blutstrom gelangen können. Unseren Patienten bieten sich damit gleich zwei Vorteile: Es handelt sich um schonendes Therapieangebot, und es bedeutet Sicherheit.

Der Eingriff kann auch bei hochbetagten Patienten in Abhängigkeit vom Allgemeinzustand durchgeführt werden. Schon nach einer kurzen Überwachungszeit können die so behandelten Patienten wieder nach Hause zurückkehren. Auch die Pumpfunktion des Herzmuskels wird durch das Schirmchen nicht beeinträchtigt. Das Schirmchen ist so konzipiert, dass es in der Herzinnenwand festwächst und so einen sicheren Sitz erhält.

 

 



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